Judo, der sanfte Weg

Hans-Peter Schreiter | 01.01.2000

Logo der JudoabteilungDas war das, was ich im Internet über diese Sportart gelesen hatte – genau das richtige wenn man mit 40 einen neuen Sport anfängt. Sanft muss es sein. Also auf, Web-Sites gescannt und nachgesehen, wo ich diesen Sport ausüben kann. Schließlich landete ich beim VfL Zehlendorf, was auch irgendwie nahe lag, denn so weit weg wohne ich nicht vom Dojo des VfL in der Halle der Johannes-Tews-Grundschule. Angerufen bei der Kontaktadresse (das ist die von Dietmar bzw. Udo) und dann am Sonnabend hin.

Sofort wurde mir gezeigt, wo das Sanfte in dieser Sportart liegt: Fallen, fallen und noch einmal fallen. Nur wie sollte das funktionieren – da brech’ ich alter Mann mir doch alle Knochen: „Stell dir vor, Du rutschst auf der Bananenschale seitlich aus“, „Einfach rückwärts abrollen und dabei die Hände schön hochhalten“, „Einfach vorwärts über die Schulter abrollen, rechtes Bein vor (oder das linke), rechten Arm vor (oder den linken), mit ein bisschen Schwung und dann – Vorsicht! Nicht die Knöchel aufeinander schlagen lassen“ und „Immer abschlagen – das nimmt dem Aufprall einiges von seiner Wucht!“ Aha. Aua.

Aber gleich gemerkt, wofür das gut ist: De-Ashi-barai („Fuß-Fegen“), O-goshi oder Uki-goshi führten ganz schnell dazu, dass ich schon wieder Kontakt mit der Matte hatte. Kopf nicht hochgenommen ... Aua! Auf den Rücken gefallen ... Aua! Wie heißt es wohl: Wenn beim Judo was weh tut, dann hat man was falsch gemacht.

Also weiter und siehe da: nach ein paar Mal geht es etwas leichter, tut nicht mehr (so oft) weh und es ist auch ganz nett – übungsweise – mal selbst jemand auf die Matte zu legen, noch dazu, wenn das Ganze so ausgesprochen freundlich und rücksichtsvoll zugeht wie beim Training im VfL.

Hans-Peter Schreiter