Bericht Turncamp 2010 in Treuenbrietzen

Sascha Werner | 22.08.2010

Bericht Turncamp 2010

Schon Tage vorher war klar, wir würden Regen haben, aber dieses Risiko geht man nun mal ein, wenn man zelten will. Da die Fahrkarten gekauft, die Turnhalle gemietet und das Essen organisiert war, kurz die Fahrt definitiv stattfinden sollte, entschied ich mich irgendwann, den Wetterbericht nicht mehr zu beachten. Ändern konnten wir das Wetter nicht, also mussten wir nehmen was kam.

Am Anreisetag schien noch die Sonne. Mit dem Zug ging es wie schon im letzten Jahr von Wannsee nach Treuenbrietzen. Dort hatten sich wieder Treuenbrietzener Eltern bereit erklärt, unser Gepäck vom Bahnhof abzuholen und ins Freibad zu transportieren, wo wir campiert haben. Die Zelte waren in kurzer Zeit aufgebaut, so dass viel Zeit blieb, das Wasser im Schwimmbecken anzutesten. Zu diesem Zeitpunkt blieben die Treuenbrietzener und die Berliner Kinder noch unter sich, aber spätestens am ersten Abend, als wir aufbrachen zu einem kleinen Stadtspaziergang mit ausgedehntem Aufenthalt auf einem Spielplatz, änderte sich das schnell. Berührungsängste waren schon bei den vorangegangenen Treffen, zuletzt im Februar als die Treuenbrietzener die Hauptstadt besuchten, abgebaut worden. Und so wuchsen beide Gruppen aus insgesamt 26 Kindern schnell zusammen.

Für die nächsten Tage hatten wir Erwachsenen ein kompaktes Programm organisiert. Wir nahmen zum Beispiel wieder am Schwimmtrainingslager des TSV Treuenbrietzen teil und so hatten die Berliner die Gelegenheit die nächst höhere Schwimmstufe zu erwerben. Einmal am Tag ging es in die Turnhalle, wo neben dem Gerättraining aber auch viel Zeit für Spiele blieb und dieses Jahr wurde sogar eine kleine Cheerleading-Nummer erarbeitet, die am letzten Abend zur Aufführung kam.

Auch neben den sportlichen Aktivitäten wurde viel geboten, es gab einen Kino-Abend, ein Abend stand ganz im Zeichen des guten, alten Brettspiels und natürlich wurde zum Abschied wieder groß gegrillt. Der Samstagnachmittag war ein kleiner Exkurs in die Sagenwelt des Flämings. Die Kinder hatten eine Nachricht vom Nickert gefunden, einem Wasserwesen, das wohl ursprünglich erfunden wurde, um Kinder davon abzuhalten, zu Nahe ans Wasser zu gehen. Entführt er doch die Kinder und vertauscht sie durch seine eigene. Uns jedoch schickte er auf eine kleine Schatzsuche, die natürlich mit einem süßen Fund endete.

Wenn ich das jetzt so schreibe, fällt mir auf, dass wir eigentlich an keiner Stelle vom Wetter wirklich an unseren Vorhaben gehindert wurden. Ab und zu musste improvisiert werden. Ich selbst musste einmal mangels einer guten Regenjacke mit  einem Plastikmüllsack bekleidet von der Turnhalle zum Freibad zurücklaufen. Aber fast alle Probleme konnten mit heißem Tee und einer Wäscheleine gelöst werden, so dass wir Erwachsenen uns schon am Samstagabend dazu hinreißen ließen, vom nächsten Jahr zu sprechen.

Ein letztes Mal Nervenkitzel hatten Katharina und ich mit den Berliner Kindern am Bahnsteig, Wir mussten noch zwanzig Minuten auf den Zug nach Berlin warten, Donner und Blitze kündigten ein Gewitter an und der Bahnhof hatte kein Dach zum unterstellen. Manchmal hat man aber auch Glück im Leben, der Regen setzte erst ein, als wir bereits im Zug saßen. Und als ich dann aus der S-Bahn ausstieg, um zu meiner Wohnung zu laufen, schien wieder die Sonne.

Das Fazit ist vielleicht: Nass sind wir geworden, aber unseren Humor haben wir nicht verloren.

Ich möchte an dieser Stelle allen danken, die diese Fahrt möglich gemacht haben, allen Treuenbrietzener und Berliner Helfer und Übungsleitern, den Bademeistern, der Stadtverwaltung, dem Hallenwart. Dank euch hatten wir eine schöne Zeit.